Annaberg

Die Aufstellung von zwei Distanzsäulen erfolgte in Annaberg am 20. Juli 1730. Die Stadt besaß fünf Stadttore, aber nur vor dem Wolkensteiner Tor und dem Böhmischen Tor kamen die Säulen zum Stehen. Sie waren aus hellem Greifensteiner Granit gefertigt mit dem Wappen aus Sandstein. Es waren Torsäulen mit Inschriften auf 2 Seiten und nur einem Doppelwappen und der Jahreszahl 1727. Als Besonderheit dieser Säulen ist zu nennen, dass nur die Inschriftenseiten schräg noch oben anlaufen.

Die Distanzsäule vom Wolkensteiner Tor wurde nach 1838 bei Abbruch der Stadtmauer mit zerschlagen und als Baumaterial verwendet. Teile davon wurden wiedergefunden, und am 6. Oktober 1979 erfolgte die Neuaufstellung mit originalem Schriftblock. Die Säule besteht heute aus Zschorlauer Granit und einem Sandsteinwappen. Sie steht unweit vom Originalstandort an der Wolkensteiner Straße.                                                                      

Die Distanzsäule vom Böhmischen Tor steht am Köselitzplatz, auch unweit des Originalstandortes. Bei Abbruch der Stadtmauer wurde auch sie zerschlagen und erst am 6. Oktober 1980 mit dem originalen Schriftblock neu errichtet.

Das Material ist ebenfalls Zschorlauer Granit und Sandstein für das Wappen.                                                              

Am Wolkensteiner Tor verlief die Straße nach Freiberg und Chemnitz. Vom Böhmischen Tor aus kam man nach Karlsbad und Jöhstadt. Annaberg lag an der Poststraße Leipzig–Chemnitz–Reitzenhain.

Zürner hat am 12.7.1718 von Chemnitz kommend das Posthaus in Annaberg mit 24 942 Ruten Leipziger Distanz abgemessen.

In Annaberg findet sich auch in einem Grundstück in einer Gartenmauer im Hof ein eingemauerter Viertelmeilenstein ohne Kopfstück. Die Jahreszahl 1723 kann man erkennen.                                              

 

Schönfels

Im Ort an der Kreuzung Neumarker Str./ Zwickauer Str. steht seit Mai 2017 die restaurierte Ganzmeilensäule mit der Jahreszahl 1731. Ursprünglich stand die Säule auf halber Strecke zwischen Schönfels und dem heutigen Altrottmannsdorf. Aus historischen Quellen geht hervor, dass sie noch 1845 "unweit der Schäferei Rottmannsdorf" stand. Dann verliert sich ihre Spur. Erst 1938/39 werden Reste der Säule in einer Gartenmauer entdeckt.
Nach ihrer Wiederentdeckung ist der Säulenrest zunächst an der Abzweigung der Stenner Straße aufgestellt worden. Als der Bau der Umgehungsstraße erledigt war, erfolgte die Umsetzung an ihren heutigen Standort.

Die Säule aus Kirchberger Granit stand am Postkurs Dresden - Hof und trug die Reihennummer 52.

2017 erfolgte die Restaurierung, originalgetreue Ergänzung und Ausrichtung der Säule am bisherigen Standort.

 

Geyer

1730 Errichtung der Säule auf dem Markt, aus hellem Greifensteiner Granit, mit Wappen aus Sandstein. Die Säule hat viele Inschriften, deswegen ist das Posthorn zwischen der Jahreszahl angebracht. Nach dem Stadtbrand 1863 wurde die Säule abgetragen, dann eingelagert und 1886 wieder aufgestellt. 1914 erfolgte ein erneuter Abbruch sowie die Neuaufstellung 1921 auf dem südlichen Teil vom Markt. 1969/70 wurde sie letztmals restauriert und 2005 nochmals gereinigt sowie farblich erneuert.

 

Niederwiesa                                                        

Seit dem Jahre 1693 fuhr die Post auf der Strecke Dresden-Freiberg-Chemnitz-Zwickau-Hof auch durch Niederwiesa. Deshalb wurde hier eine Ganzmeilensäule aus Hilbersdorfer Porphyrtuff gesetzt. Die Säule  trägt die Reihennummer 28 und die Jahreszahl 1725. 1898 wurde die Säule bei Straßenarbeiten abgerissen. Die beschädigten Teile (Sockel und Spitze) wurden vor Ort beim Straßenbau verwendet, während der Schaft am Rande abgelegt wurde. Straßenwärter Müller holte den Stein in sein Anwesen, er starb, bevor er den Stein im Grundstück aufrichten konnte. So diente er als Sitzbank und geriet in Vergessenheit. 1957 rückte die Säule in den Fokus der Forschungsgruppe „kursächsische Postmeilensäulen“, man ließ eine Kopie anfertigen. Diese wurde am 27. April 1965 unweit des Bahnhofsvorplatzes an der Rathauskreuzung aufgestellt. Im Sommer 1992 erfolgte eine erste Restaurierung.

 

Jöhstadt                 

 Im Jahr 1730 wurde die Säule aus Granit (das Wappen ist aus Sandstein) auf dem Markt aufgestellt, zu dieser Zeit ging kein Postkurs durch die Stadt. 1903 wurde sie abgebaut, restauriert und umgesetzt, dabei wurden Entfernungsangaben neu eingehauen aber auch einige alte Angaben weggelassen. 1955 und 1975 erneute Restaurierungen an der Distanzsäule.  Am 22.Juli 1998 wurde ein Säulenkopie aus Arnsdorfer Granit, Wappen aus Reinhartsdorfer Sandstein am nachweislichen Originalstandort vor dem Rathaus am Markt aufgestellt, der Sockel ist noch original.Originalteile befinden sich im Rathaus.

 

Königstein     

1727 wurde die Distanzsäule aus Sandstein an der Kleinen Bielatalbrücke aufgestellt. 1921 wurde sie durch Ölfarbe unsachgemäß restauriert, dies beschleunigte den Verfall. 1955/56 restauriert und 73 originale Entfernungsangaben wieder freigelegt. 1976 wurden das Wappen und der Schriftteil aus Cottaer Sandstein neu geschaffen. Im Oktober 1995 erneute Restaurierung, das Wappen und die Inschriften erhielten neue Farbe, jetzt steht die Säule an der Kreuzung Bielatalstraße/ Pfaffenberg.