Mitte Mai wurden in Großenhain zwei Nachbildungen von kursächsischen Postmeilensäulen aufgestellt. Es handelt sich um eine Ganzmeilensäule mit der Reihennummer 48 und eine Halbmeilensäule mit der Nummer 46 vom damaligen Postkurs Leipzig - Breslau. Großenhain lag zur damaligen Zeit an der Hohen Straße/Via Regia. Der dazwischen stehende Viertelmeilenstein wurde schon 2024 aufgestellt. Diese Nachbildungen sind alle Dank eines privaten Spenders/Sponsors ermöglicht worden.

 

                       Bild oben: die Nachbildung der Ganzmeilensäule im Ortsteil Folbern

                       Bild unten: die Nachbildung der Halbmeilensäule Am Stadtpark in Großenhain

 

 

Meine Webseite soll die kursächsischen Postmeilensäulen aus der Zeit August des Starken näher vorstellen. Eine kursächsische Postmeilensäule, umgangssprachlich auch sächsische Postmeilensäule oder nur Postsäule genannt, ist ein Meilenstein, der Entfernungen und Gehzeiten bis auf eine Achtelstunde genau angibt. Diese Postmeilensäulen wurden während der Regierungszeit Augusts des Starken und seines Nachfolgers an allen wichtigen Post- und Handelsstraßen und in fast allen Städten des Kurfürstentums Sachsen zur Angabe der amtlichen Entfernungen aufgestellt. Da das Kurfürstentum Sachsen damals wesentlich größer als das heutige Bundesland Sachsen war, findet man derartige Säulen auch in Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Polen.

 

Nebenbei bemerkt, die Stundenangaben (St) an den Säulen sind keine Zeit- sondern Längenangaben.

 

Eine Stunde bzw. Wegstunde entspricht heute 4,531 km; und war damals eine halbe Postmeile.

Und wenn man diese Entfernungen mit heutigen Routenplanern vergleicht, so hat Zürner doch ganz gut

gemessen (die Wegeführung war ja damals auch etwas anders).